Die Geschichte des Weihnachtsbuffets
Das schwedische Weihnachtsbuffet hat alte Traditionen, auch wenn es relativ neu ist, das Weihnachtsessen bereits am 24. Dezember zu genießen. Hier erklären wir dir einiges über das schwedische Weihnachtsbuffet, mit Fokus auf Spezialitäten und Besonderheiten aus Småland und Öland.
Astrid Lindgrens Geschichte über das Weihnachtsbuffet
„Wurst und Schinken und Sülze und Palt und allerlei.“ So liest Astrid Lindgren im Film über Michel aus Lönneberga. Als Weihnachten bei Michel gefeiert wird, lädt er in einem unbeobachteten Moment die hungrigen Armen zum Fest ein. All das Essen, das seine Mutter Alma und die Magd Lina tagelang, vielleicht wochenlang vorbereitet haben, stellt Michel in guter Absicht auf den Tisch. Hier sehen wir, was oft auf einem Weihnachtsbuffet in Småland zu finden war, ebenso wie im Rest des Landes. Denn so groß sind die lokalen Unterschiede beim Weihnachtsessen nicht, auch wenn es bedeutende Variationen gibt.
„Verschwendung und Wahnsinn“, meint Michels Vater im selben Film. Der Grund, warum wir zu Weihnachten so viel Fleisch essen, reicht weit zurück. Im Mittelalter wurden christliche Traditionen eingeführt, was bedeutete, dass man während des Advents kein Fleisch essen durfte. Stattdessen wurden Stockfisch und Brei beliebte Fastenspeisen, und wenn das Warten vorbei war, konnte man mit allerlei Fleischgerichten feiern. Bei Bauern und in bürgerlichen Häusern um die Jahrhundertwende spielte das große Schlachten zu Weihnachten eine wichtige Rolle. Mit frisch geschlachtetem Schwein war es naheliegend, Blutpalt, Schweinefüße, Sülze und Wurst zu servieren. Manchmal thronte der Schweinekopf in der Mitte des Tisches mit einem roten Ingrid-Marie-Apfel im Maul. Für die meisten Menschen in der alten Agrargesellschaft waren diese Tage die feierlichsten des Jahres.



Weihnachtsbuffet wird Smörgåsbord
Das Konzept des Smörgåsbords, bei dem ein Buffet mit verschiedenen Gerichten serviert wird, ist so stark mit Schweden verbunden, dass sogar das Wort international gebräuchlich geworden ist: smorgasbord. Früher waren die Gerichte jedoch in zwei bis drei Gänge aufgeteilt, und erst in den 1970er Jahren begann man, alles auf einmal zu essen. Das schwedische Weihnachtsbuffet war schon lange sowohl lokal als auch global bekannt. Ein Beispiel ist der Hering, der in unzähligen Varianten vorkommt. Er erschien bereits im 17. Jahrhundert als Weihnachtsgericht, als der selbst gefangene Fisch mit neu entdeckten Gewürzen aus Asien und Südamerika verfeinert wurde.
Heutzutage kann man auf småländischen Weihnachtsbuffets mit etwas Glück sogar Hering finden, der mit Zuckerstangen „gewürzt“ ist! Diese rot-weißen Pfefferminzsüßigkeiten gehören ohne Zweifel zur småländischen Weihnacht.
Was essen wir in Småland zu Weihnachten?
Typische Gerichte aus Småland und Öland sind Kartoffelklöße (kroppkakor), geräucherte Wurst (isterband) und Käsekuchen (ostkaka). Ein Drittel aller zu Weihnachten verkauften Käsekuchen wird in Südostschweden verkauft, und was die Klöße betrifft, so werden sie nur mit gekochten Kartoffeln zubereitet und zu Weihnachten viel kleiner gerollt als im restlichen Jahr. Kleine, „feine“ weiße Klöße wurden besonders auf Öland, aber auch in Småland serviert. Diese waren im 19. und 20. Jahrhundert in bürgerlichen Küchen weit verbreitet und werden bis heute zu Weihnachten gegessen.
An den Küsten war Fisch im Allgemeinen verbreiteter, auch zu Weihnachten. Noch heute gibt es in Småland geräucherten Aal auf den Weihnachtsbuffets; sein Vorgänger war wahrscheinlich der eingelegte, gesalzene Aal, der in den Schären als Delikatesse galt. „Eingelegt“ bedeutet, dass der Fisch in einer gewürzten Lake gegart und anschließend kalt gegessen wurde. Auf Öland war die Fischerei ein häufiger Nebenerwerb der Bauern. Gesalzener Hering und Kabeljau sowie getrockneter Fisch waren das „Arme-Leute-Essen“ im Winter. Den Aal sparte man für das Weihnachtsbuffet auf.
In jüngerer Zeit sind verschiedene vegetarische Alternativen häufiger geworden, ebenso wie schwedisches Schweinefleisch für Weihnachtsschinken und andere Fleischgerichte. Regional einzukaufen scheint besonders an Feiertagen wie Weihnachten und Ostern beliebt zu sein, und die Småländerinnen und Småländer gönnen sich gerne einen Weihnachtsschinken aus einem nahegelegenen Hofladen, vielleicht einen Käse aus Öland, Knäckebrot aus einer kleinen Bäckerei, eine Wilddelikatesse vom Jäger oder einen selbstgewürzten Schnaps. Solche Gerichte werden im ganzen Land gegessen!
Schnelle Fakten
In ganz Schweden wird das Weihnachtsessen traditionell am 24. Dezember gegessen. Früher wurde das Fasten traditionell erst am Weihnachtstag mit einem großen Fest gebrochen.
Weihnachtsbuffet in Småland und auf Öland
Weihnachtsbuffets in Småland und auf Öland bieten traditionelle Gerichte mit einer lokalen Note. In Småland findet man oft Kartoffelklöße, geräucherte Wurst und hausgebackenes Brot neben Klassikern…
Weihnachtsbuffets in Småland und auf Öland bieten traditionelle Gerichte mit einer lokalen Note. In Småland findet man oft Kartoffelklöße, geräucherte Wurst und hausgebackenes Brot neben Klassikern wie Hering und Schinken. Auf Öland werden gerne Lamm, lokale Käsesorten und öländische Kartoffelklöße hervorgehoben. Viele Bauernhöfe und Gasthäuser servieren das Weihnachtsbuffet in historischen Umgebungen und schaffen eine besonders stimmungsvolle Atmosphäre.