Eines der beliebten Motive von John Bauer, © Jönköpings Läns Museum

Kultur und Geschichte

John Bauer

»Er malt mystische und magische Plätze, die sofort von allen wiedererkannt werden, die schon einmal in einem schwedischen Wald waren«
(Website des Jönköpings Läns Museum)

Der Maler John Bauer
John Bauer, © Gränna Museum, Sundbeck, Calla Helena

John Bauer (1882 - 1918)

Es sind besonders die Bilder von Trollen, Wichteln und Elfen, die John Bauer so überaus beliebt gemacht haben. Er galt als »der« Troll-Maler, seit er von 1907 an die in Schweden jährlich zur Weihnachtszeit erscheinende Sammlung von Erzählungen mit dem Titel »Bland Tomtar och Troll« illustrierte. Seine Beliebtheit ist ungebrochen bis heute.
John Bauers Troll-Bilder zeigen die Natur mit dichten Wäldern, in denen das Licht nur spärlich den Weg bis auf den Grund findet. Bauer macht auf seinen Bildern Wesen sichtbar, die dem menschlichen Auge in der Natur sonst verborgen zu bleiben scheinen. Dass er seine Inspiration aus der Landschaft und den Wäldern seiner småländischen Heimat holte, machte ihn nur noch beliebter unter seinen Landsleuten.

Sohn eines bayrischen Einwanderers

John Bauer kam 1882 in Jönköping als zweiter Sohn von Joseph Bauer und Emma Wadell zur Welt. Der Vater Joseph war mit dreizehn Jahren aus Ebenhausen südlich von München nach Schweden ausgewandert. Seine Mutter Emma war eine Bauerstochter aus der Nähe von Jönköping. Joseph und Emma betrieben in Jönköping auf dem Östra Torget sehr erfolgreiche eine Metzgerei, die ihnen einen bescheidenen Wohlstand einbrachte.

Geliebte Heimat am Vättern

John Bauer wuchs in der Region am Südzipfel des Sees Vättern auf – und kam nach seinen Jahren als Kunststudent in Stockholm und verschiedenen Auslandsreisen auch immer wieder gern nach Småland und in seine Heimatstadt Jönköping zurück.

John Bauer am See Bunn

Von 1906 bis 1918 lebte John Bauer mit seiner Familie am nördlichen Ende des Sees Bunn oberhalb von Gränna. Zuerst in einem kleinen Haus bei Torstorp und später in der Villa auf der Halbinsel Björkudden.
Historische Bilder vom Haus und vom Künstler und seiner Familie zuhause und im Atelier sind im schwedischen »Digitalen Museum« zu sehen (Suchbegriff #JohnBauer).

Tragischer Tod

Das Leben von John Bauer endete tragisch. Er war im Begriff mit seiner Frau und dem kleinen Sohn nach Stockholm umzuziehen und wollte per Schiff von Gränna über den Vättern und den Göta Kanal in die Hauptstadt reisen. Sie kamen nicht weit. Ein schweren Sturm am Abend des 20. November 2018 brachte das Schiff in Seenot. Die Frachtladung – Öfen und Nähmaschinen aus der Fabrik in Huskvarna – verrutschte. Das Schiff versank vor Hästholmen, gut 30 Kilometer nördlich von Gränna. Alle Menschen an Bord kamen ums Leben.

Neue Ausstellung

Im Regionalmuseum Jönköpings Läns Museum konnte man schon seit vielen Jahren zahlreiche der großformatigen Gemälde von John Bauer bewundern. Für das Jubiläumsjahr ist nun eine neue Ausstellung in Vorbereitung. Die neue John Bauer Ausstellung soll Ende Juni 2018 eröffnet werden.

www.jkpglm.se (auf Schwedisch)

Fu Fuß im Wald auf dem John Bauer Wanderweg
Unterwegs auf dem John Bauer Wanderweg, © Smålands Turism

Der Wanderweg John Bauer leden

Hier muss John Bauer selbst unterwegs gewesen sein – auf dem Weg zwischen Jönköping bzw. Huskvarna und Gränna. Der 46 Kilometer lange Wanderweg variiert zwischen dem Ufer des Sees Vättern und den Steilhängen oberhalb des Sees. Alte Bauernhöfe und Ruinenreste eines Klosters liegen am Wegesrand und zahlreiche Bachläufe werden überquert. Das sehr abwechslungsreiche Gelände und zahlreiche schöne Aussichtspunkte machen die Wanderung zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Eine detailierte Streckenbeschreibung mit Kartenansicht gibt es als Pdf auf Englisch für den südlichen Teil und für den nördlichen Teil des Wanderweges.

jonkoping.se (auf Schwedisch)

Unterwegs auf verwunschenen Gewässern:  »Trolska Båtsturer«
Unterwegs auf verwunschenen Gewässern: »Trolska Båtsturer«, © Trolska Båtsturer

Ein Bootsausflug ins Land der Trolle

Die beiden Seen Bunn und Ören oberhalb von Gränna sind seit 1845 durch einen Kanal verbunden. Der Kanal und der Fluss Röttle ån sollten das Wasser aus Ören und Bunn zum hundert Meter tiefer liegenden See Vättern ableiten. Auf diese Weise sollte neues, fruchtbares Ackerland gewonnen werden. Dieses ambitionierte Projekt wurde – zum Glück – nie vollendet und heute ist der Kanal fast zugewachsen. Aber die schönen Mahagoni-Boote von Trolska Båtturer können noch darauf fahren: unter dem grünen Dach der Bäume hindurch von einem See in den anderen. Seerosen blühen und Libellen schwirren umher. Nicht nur für Trolle ein wahres Paradies ...

trolska.se (auf Schwedisch)

Der See Bunn vom Anleger des Hotels Bauergården aus
Der See Bunn vom Anleger des Hotels Bauergården aus, © Bauergarden.se

Hotel am See Bunn

Am südwestlichen Ufer des malerischen Sees Bunn liegt das Hotel Bauergården. Gäste genießen vom Bootsanleger des Hotels jene bezaubernde Aussicht auf den See wie John Bauer sie sicher auch geliebt hat.

bauergarden.se (auf Schwedisch)