Astrid Lindgrens Småland

Bullerbü, Katthult, Lönneberga, Mariannelund – viele der berühmten Orte aus den Geschichten von Astrid Lindgren gibt es wirklich! Machen Sie eine Rundreise durch Småland auf den Spuren von Astrid Lindgren!

Astrid Lindgren (1907 bis 2003) ist die wohl berühmteste Småländerin der Welt. Die weltbekannte Schriftstellerin verbrachte ihre Kindheit in Vimmerby in Småland. Und vieles von dem, was sie selbst erlebt hat, wurde Stoff für ihre Erzählungen. Ihre Geschichten von Michel aus Lönneberga – der im Schwedischen übrigens „Emil“ heißt - und von den Kindern aus Bullerbü prägen das Bild, das sich die Menschen von Småland machen, seit Generationen! Die Filme, die größtenteils an „Originalschauplätzen“ in Småland gedreht wurden, taten ihr übriges. 

Es gibt also viele Orte in Småland, die auf die eine oder andere Art mit Astrid Lindgren verbunden sind: Die Drehorte aus den Filmen. Die realen Orte, die die Vorlage waren für Orte, die Astrid Lindgren in ihren Geschichten erfunden hat. Und es gibt die Orte, an denen Astrid Lindgren und ihre Familie gelebt haben. 

Für eine Reise durch Småland auf den Spuren von Astrid Lindgen empfehlen wir die folgenden Orte: 

 

Vimmerby

In Vimmerby hat Astrid Lindgren ihre Kindheit und Jugend auf dem Hof Näs (großes Bild oben) verbracht: „Wir spielten und spielten und spielten, und es ist ganz erstaunlich, dass wir uns nicht totgespielt haben.“ Sie war gut in der Schule und man nannte sie die „Selma Lagerlöf von Vimmerby“, nachdem ihr erster Aufsatz in der Zeitung Vimmerby Tidning erschienen war. Schließlich arbeitete sie zwei Jahre als Volontärin bei der Zeitung, bis sie schwanger wurde und beschloss Vimmerby zu verlassen. Da war sie 18. 

Der elterliche Hof Näs ist bis heute im Besitz der Familie geblieben und ist Teil des Kulturzentrums, das im Jahr 2007 zum 100. Geburtstags von Astrid Lindgren eröffnet wurde. Darin finden wechselnde Ausstellungen rund um die Schriftstellerin, ihr Werk und Wirken statt. Außerdem können Sie auf den Spuren der kleinen Astrid durch den Garten streifen, wo sie in den berühmten Limonadenbaum geklettert ist, der übrigens heute noch steht, und an einer Führung durch das Elternhaus teilnehmen. Hier kommen Sie Astrid ganz nah und können den Quell ihrer Schriftstellerei spüren.

Ganz lebendig wird die Welt ihrer Erzählungen im Themen- und Theaterpark Astrid Lindgrens Welt. Nur ein paar Spazierminuten von Näs entfernt, hinter dem Eichenwäldchen, in dem Astrid einst mit ihren Freundinnen gespielt hatte, tauchen die Besucher ein in die verschiedenen Geschichten: Hier treffen sie Pippi Langstrumpf in der Villa Kunterbunt, Ronja Räubertochter auf der Mattisburg und Karlsson auf dem Dach. Und natürlich Michel aus Lönneberga auf dem Katthult-Hof und viele andere. 

 

Bullerbü

Vorlage für Astrid Lindgrens Bullerbü waren drei Höfe bei Pelarne, etwa 10 Kilometer südwestlich von Vimmerby. Astrid Lindgrens Vater Samuel August Ericsson wuchs dort mit seinen vier Brüdern und zwei Schwestern auf. Sein Vater, also Astrid Lindgrens Großvater, war das Vorbild für den Großvater in den Bullerbü-Geschichten. Sie fand, er war „der netteste Großvater der Welt“. Der Weiler ist von Pelarne aus als „Bullerbyn“ ausgeschildert. Die Höfe sind jedoch privat bewohnt und Besichtigungen sind nicht möglich.

Katthult

Der Hof von Michel aus Lönneberga ist in den Erzählungen irgendwo zwischen Lönneberga und Mariannelund angesiedelt. Ein echtes literarisches Vorbild gibt es nicht. Allerdings ließ Astrid Lindgren sich von den Erzählungen ihres Vaters Samuel August über seine Kindheit zu Michel inspirieren. Samuel August kam auf einem Hof namens Hamphorva zur Welt und wuchs in Sevedstorp auf. 

Der Katthult-Hof aus den Filmen wurde sogar noch von Astrid Lindgren selbst als Drehort mit ausgesucht. In Wirklichkeit heißt er Gibberyd und liegt zwischen Mariannelund und Vimmerby. Der Hof hatte für die Filmaufnahmen fast alles, was gebraucht wurde, bloß der Tischlerschuppen musste noch gezimmert werden. Die Innenaufnahmen dagegen entstanden in einem improvisierten Studio in der Volkshochschule von Mariannelund.

Der Strom der Neugierigen, die das Film-Katthult anschauen wollen, reißt auch gut vierzig Jahre nach den Dreharbeiten nicht ab. So dass die Bewohner sich genötigt sahen einen Parkplatz mit Service-Gebäude zu errichten. Der Tischlerschuppen kann besichtigt werden und es gibt auch Souvenirs. Das Wohnhaus allerdings ist  privat.

Richtig herumtoben und Streiche spielen wie Michel und Ida können Kinder jetzt auf dem großen Katthult-Hof im Themen- und Theaterpark Astrid Lindgrens Welt (s.o.). Hier werden jeden Tag mehrere Streiche von Michel als Theaterstücke aufgeführt. Und zwischen den Aufführungen können die Kinder selbst nach Herzenslust auf dem Katthult-Hof herumtollen. Im Tischlerschuppen dürfen sie Holzmännchen schnitzen. Sie können die Tiere im Stall besuchen und in der Scheune im Heu spielen. Der neue Katthult-Hof ist tatsächlich ein richtiger Bauernhof – so wie es sie vor über hundert Jahren überall in Småland gab.

Mariannelund und das Filmdorf Småland

Michel fragt Ida, als er sie an der Fahnenstange hoch zieht: „Kannst du Mariannelund sehen?“. Die Michel-Filme  jedenfalls wurden alle in Mariannelund und Umgebung gedreht. 1971 bis 1974 verwandelte sich das ganze Dorf in einen Film-Set. Astrid Lindgren höchstpersönlich war dabei und im Dorf machten praktisch alle als Statisten mit. Anekdoten rund um die Dreharbeiten und eine Kartierung aller Drehorte zwischen Vimmerby und Mariannelund bietet das neu eröffnete Filmdorf Småland -  das interaktive Erlebnis-Zentrum rund um den schwedischen Kinderfilm. Besucher begegnen also nicht nur Michel allein, sondern vielen anderen beliebten Figuren und Szenen aus den Verfilmungen der Geschichten von Astrid Lindgren. Begegnungen mit Pippi Langstrumpf und mit den Kindern aus Bullerbü und vielen mehr sind also ebenfalls zu erwarten.

 

Lönneberga

Das Örtchen mit dem berühmten Namen liegt südwestlich von Vimmerby am Flüsschen Silverån und kommt konkret in den Erzählungen von Michel kaum vor. Es sind die Höfe und Weiler im Dreieck zwischen Vimmerby, Lönneberga und Mariannelund, in denen Astrid Lindgrens Vorfahren gelebt hatten. Die Erzählungen ihres Vaters über seine Kindheit dort inspirierten Astrid Lindgren zu den Geschichten von Michel aus Lönneberga.
 

Wandern in der Heimat von Michel aus Lönneberga

Småland zu Fuß entdecken – das ist das richtige Tempo, um die „Heimat“ von Michel, die Dörfer, Wälder und Seen zwischen Mariannelund und Lönneberga kennen zu lernen. Zwei Tage braucht man für die Wanderung auf dem ausgeschilderten Rundwanderweg. Und man kann sowohl in Lönneberga als auch in Mariannelund anfangen. Der Weg heißt auf Schwedisch übrigens „Emil-Leden“, weil Michel im schwedischen Original eben nicht Michel sondern Emil heißt. Dieser Wanderweg ist ein Teil des längeren Sevedeleden-Wanderweges. Das Touristbüro in Vimmerby informiert.
 

Åsens by

Åsens by ist ein Kulturreservat und ein Bauernhof aus der Zeit als Astrid Lindgren Kind war. Die Landwirtschaft wird genau so betrieben wie es Anfang des 20. Jahrhunderts, also vor gut hundert Jahren, üblich war. Hier wird von Hand mit der Sense gemäht und das Gras in Garben zum Trocknen aufgestellt. Die Zäune sind von Hand aus Fichtenstangen und Birkenrinde geflochten und dienen vor allem dazu, das ansonsten frei laufende Vieh davon abzuhalten, auf den Kartoffelacker oder ins Gemüsebeet zu trampeln. Gebacken wird im holzbefeuerten Backofen. Und wenn Erntezeit ist, müssen alle mithelfen – und Besucher dürfen immer auch anpacken. Åsens by erlaubt eine Reise zurück in die Zeit, die Astrid Lindgren in Michel aus Lönneberga beschrieben hat. Åsens by ist Schwedens erstes Kulturreservat und liegt bei Haurida im Nordosten von Jönköping.